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Grevenbroich (gesprochen: G r e v e n b r o o c h)
— die „Bruchlandschaft der Grafen” ist eine junge Stadt auf geschichtsträchtigem
Boden.
Nahe einer alten Römerstraße
zwischen Rhein und Maas wurde das sumpfreiche Gebiet von den Grafen von
Kessel, deren Stammsitz die Grafschaft Kessel an der Maas war, Ende des
13. Jahrhunderts urbar gemacht. Inmitten der Besitzungen errichteten sie
auf einer Kiesbank eine befestigte Burganlage, die von Brüchen, Sümpfen
und der Erft umgeben, einen sicheren Schutz gegen feindliche Angriffe
bildete. In der Folge wurde das Dorf nach seinen gräflichen Besitzern als
„Bruche comitis” - der Grafen Bruch oder Bruchland - bezeichnet. 1297
wurde das Wilhelmitenkloster „in munitione Bruyke” d.h. in der befestigten
Ansiedlung Broich errichtet. Teile des Wilhelmitenklosters mit dem
Bernardusturm sind heute noch zwischen der Pfarrkirche St. Peter und Paul
und dem Alten Rathaus zu sehen. 1307 wurden Burg und Ort durch
Schiedsspruch den Grafen und späteren Herzögen von Jülich zugesprochen.
1311 wurde Grevenbroich erstmals als Stadt „oppidum nostrum bruke”
urkundlich gesichert erwähnt. Im 15. Jahrhundert bauten die Grafen von
Jülich die ehemalige Burganlage zum landesherrlichen Schloss um, in dem
seit 1425 mehrfach der Jülicher Landtag abgehalten wurde. Vom ehemaligen
Schloss ist noch der Palastbau nebst einem Torgebäude, welches das Schloss
von der Stadt trennte, vorhanden. Heute noch bildet das „Alte Schloss” mit
seiner ausgezeichneten Gastronomie, mit großen Versammlungs- und
Konferenzräumen einen kulturellen und gesellschaftlichen Mittelpunkt im
Zentrum der Stadt, so dass Grevenbroich seit jeher gerne als
„Schlossstadt” bezeichnet wird.
Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts wächst die Stadt nicht über die Wälle mit
davorliegenden Wassergräben hinaus, die sie als sogenannte „innere
Festung” umgeben. Dann entwickelte sie sich schnell. 1767 zählte
Grevenbroich 330 Einwohner, 1820 waren es 627 und 1871 schon 1325.
Entscheidend für diese Entwicklung war die Errichtung eines
Eisenbahnknotenpunktes, der industrielle Ansiedlungen ermöglichte und die
Stadt bald zum verkehrserschlossenen Standort der Textil-, Metall- und
Nahrungsmittelindustrie sowie des Braunkohlenabbaus machte. 1900 zählte
die Stadt dann 3410 Einwohner. Die Stadt Grevenbroich in ihrer heutigen
Struktur als Mittelzentrum wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975
aus sieben Städten und Gemeinden des ehemaligen Kreises Grevenbroich
gebildet, zu diesen auch die früher kurkölnische Stadt Hülchrath mit ihrem
bedeutenden Schloss und die Stadt Wevelinghoven mit dem ebenfalls
historisch bedeutenden Kloster Langwaden zählten.
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